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Dokumentinformationen
Autor(en): Felix Kienast, Stefan Hadorn, Martin Schütz
Originalartikel: Kienast, F.; Hadorn, S.; Schütz, M., 2004: Werden Walliser Föhrenwälder zu Eichenwäldern? Eine pflanzensoziologische Studie mit historischen Aufnahmen. - Inf.bl. Forsch.bereich Landsch. 59: 1-3.
Online-Version: Stand: 28.10.2004
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Werden Walliser Föhrenwälder zu Eichenwäldern?

Eine pflanzensoziologische Studie mit historischen Aufnahmen

Föhrensterben im Wallis
An vielen Stellen sterben die älteren Föhren ab.
Foto: U. Wasem (WSL)
 
Die Flaumeiche breitet sich aus.
Der Anteil der Flaumeiche (Quercus pubescens) nimmt hingegen zu.
Foto: U. Wasem (WSL)
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtet man im Wallis in periodischen Abständen ein Waldföhrensterben. Gleichzeitig weisen das Landesforstinventar und kantonale Inventare nach, dass der Anteil der Flaumeiche (Quercus pubescens) zunimmt. Als mögliche Ursachen dieses offensichtlichen Sukzessionsprozesses kommen folgende Einflüsse als wichtigste treibende Faktoren in Frage:
  1. Die Klimaänderung der letzten Jahrzehnte, die bei erhöhten Temperaturen zu grossem Wasserstress der Pflanzendecke führt.
  2. Die Waldbewirtschaftung, insbesondere der Wegfall der Streuentnahme und der Waldweide.
  3. Die erhöhte Föhrenmortalität als Folge von Insekten- oder Pilzbefall, Trockenstress, Mistelbefall, Bodenkontamination durch Fluor oder verschiedene Luftbelastungen.

In der wissenschaftlichen Diskussion fehlten bisher Studien, die den Sukzessionsprozess mittels historischer pflanzensoziologischer Aufnahmen nachzuzeichnen versuchten. Um diese Lücke zu schliessen, hat ein Diplomand an der Universität Bern im Rahmen des Föhrenprojektes des WSL-Forschungsprogramms "Walddynamik" eine Untersuchung durchgeführt.

In der vegetationskundlichen Datenbank der WSL sind für das Wallis rund 450 Aufnahmen mit Föhrenvorkommen verzeichnet. Die Aufnahmen sind bis zu 75 Jahre alt - also eine ideale historische Datenbasis, um folgenden Fragen nachzugehen:

Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform

In 44% der untersuchten 128 Probeflächen nahm in den letzten 20 bis 70 Jahren der Föhrenanteil deutlich ab. Die jährlichen Abnahmeraten liegen zwischen 1 und 6 Deckungsprozenten. Gleichzeitig nahm in den Flächen mit abnehmender Föhrendominanz der Anteil der Flaumeiche deutlich zu. In der Strauch- und Krautschicht waren nur wenige Änderungen zu verzeichnen. Die Flächen, auf denen sich die Föhren- in Eichenwälder umwandeln, finden sich bevorzugt auf Standorten mit hoher Einstrahlung, hoher Kontinentalität sowie einem geringen Nährstoffangebot.

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