| Dokumentinformationen | ||
| Autor(en): | Georg Gietl | |
| Originalartikel: | Gietl, G. (2007): „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen so bleiben mag“ LWFaktuell Nr. 59, S. 44. | |
| Online-Version: | Stand: 04.09.2008 | |
| Redaktion: | LWF, D | |
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„Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen so bleiben mag“
Siebenschläferregel hat durchaus hohe Aussagekraft
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| Abb. 1: Siebenschläfer; das nachtaktive Nagetier wird traditionell mit den sieben Schläfern von Ephesos in Verbindung gebracht und je nach Stimmung als entweder guter Hausgeist oder böses Omen gedeutet. (Aquarell von H. Sommer) |
Bauernregeln und Lostage haben natürlich nichts mit seriöser, brauchbarer Wettervorhersage zu tun. Dennoch gibt es einige wenige Ausnahmen, in denen mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt. Die Siebenschläfer-Regel hat ähnlich wie vor einigen Jahren auch noch die Eisheiligen zumindest im Süden eine hohe Trefferquote.
Der Siebenschläfertag ist einer der sehr alten Lostage, der Tage also, die nach überliefertem Wissen Auskunft geben über den Witterungsverlauf nachfolgender Zeitläufe. So wie das Wetter um den Siebenschläfertag ist, so soll nach dieser Bauernregel das Wetter auch für die nächsten sieben Wochen sein. Und dass dies tatsächlich häufig so ist, bestätigen uns die Wetterkundler. Vor allem in Süddeutschland weist diese Regel eine hohe Eintreff-Wahrscheinlichkeit auf.
Lostage gaben und geben den Menschen Auskunft über den Witterungsverlauf der nächsten Tage und Wochen. Benannt sind sie nach dem katholischen Heiligenkalender. Dies war zu damaliger Zeit für die Bauern, die naturgemäß am meisten vom Wetter abhängig waren, die einzige Orientierung im Jahresablauf. Lostage orientieren sich dabei nicht nur am Wetter an dem spezifischen Tag, sondern am Witterungsverlauf um diesen Tag herum.
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Julianischer Kalender (veraltet) |
Gregorianischer Kalender (heute noch gültig) |
| 04.10.1582 | 04.10.1582 |
| 05.10.1582 | 15.10.1582 |
| 06.10.1582 | 16.10.1582 |
| 07.10.1582 | 17.10.1582 |
| ... | ... |
| 25.06.1583 | 05.07.1583 |
| 26. 06.1583 | 06. 07.1583 |
| 27. 06.1583 | 07. 07.1583 |
| 28. 06.1583 | 08. 07.1583 |
| Tab. 1: Änderung von Julianischem zu Gregorianischem Kalender im Jahr 1582. | |
Längere Witterungsphase statt exakt sieben Wochen
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| Abb. 2: Siebenschläfer. Foto: Koni Häne. |
Die Siebenschläferregel besagt nun, dass sich das Wetter der nächsten sieben Wochen verhält wie das Wetter um den Siebenschläfertag.
Im Heiligenkalender ist der 27. Juni der Siebenschläfertag (die sieben schlafenden Brüder von Ephesos). Da die Siebenschläferregel eine sehr alte Lostagregel ist, ist das Datum mit der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 zu korrigieren. Damals wurde der Kalender zur Korrektur auf das Sonnenjahr im Oktober um 10 Tage verkürzt; auf den 4. Oktober folgte sofort der 15. Oktober 1582 (Tab. 1).
Dementsprechend verschoben sich alle nachfolgenden Tage im Ablauf des Jahres in ihrem Stand zur Sonne und damit zu den Witterungsabläufen. Dem von der Sonne gesteuerten Klima entsprechend liegt damit der heutige Siebenschläfer-Lostag um den siebten Juli. Nach dieser Großwetterlage sollte sich das Wetter der nächsten sieben Wochen gestalten.
Dies ist natürlich keine aktuelle atmosphärenphysikalische Prognose, sondern eine Vorhersage nach Eintreff-Wahrscheinlichkeit. Der meteorologische Hintergrund ist, dass sich um diese Jahreszeit die Lage der Polarfront, die die Zugrichtung der nordatlantischen Tiefs steuert, für den Sommer einstellt und stabilisiert. Liegt diese Front weit im Norden, haben wir in der Regel einen schönen Sommer, rutscht sie nach Süden, bringen uns diese atlantischen Tiefs viel wechselhaftes und regnerisches Wetter.
Da die Siebenschläferregel mit dem Breitengrad-Abstand zur Polarfront an Eintreff-Wahrscheinlichkeit gewinnt, ist ihre Vorhersagegenauigkeit im Süden höher als im Norden; für Südbayern liegt sie bei ca. 80 % der Fälle. Die Siebenschläferregel ist, anders als die Eisheiligenregel, die einen Polarlufteinbruch von Nord nach Süd über ganz Deutschland beschreibt, eine eher regionale Regel für den süddeutschen Raum.
Georg Gietl war bis zu seinem Ruhestand langjähriger
Mitarbeiter im Sachgebiet „Klima und Wasserschutz“ der LWF.
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Der
Siebenschläfer – ein verschlafener Buchenfreund
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