| Dokumentinformationen | ||
| Autor(en): | Robert Jandl, Klemens Schadauer | |
| Originalartikel: | - | |
| Online-Version: | Stand: 14.10.2009 | |
| Redaktion: | BFW, A | |
| Verfügbare Sprachen: |
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Kohlenstoff im österreichischen Wald
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Österreich weist ein hohes Bewaldungsprozent auf |
Wälder haben ein deutliches Potenzial, den globalen
Anstieg der CO2-Konzentration und den Temperaturanstieg zu mildern.
Die Wälder der gemäßigten Klimazone stellen einen kleineren Kohlenstoffpool dar
als die tropischen und borealen Wälder. Anfang der neunziger Jahre wurden jährlich
etwa 10% des global aus fossilen Brennstoffen emittierten Kohlenstoffs
gebunden, mehr als ein Drittel davon in der Biomasse der Wälder und ein Fünftel
im Boden. Dies fand vor allem in der gemäßigten Zone statt. Vor allem
die Verhinderung von Waldbrand, die Wiederbewaldung landwirtschaftlich genutzter
Flächen, Plantagenbetriebe und möglicherweise Stickstoffeinträge waren dafür
verantwortlich. Nach Modellberechnungen wird diese Kohlenstoffsenke bis 2050 –
kontinuierlich kleiner werdend – anhalten.
Zwischen 1961 und 1990 wurden in Österreich mit 9 Mio. t etwa 10% der emittierten CO2- Menge gebunden. Gründe hiefür liegen in der Zunahme von Waldfläche und Produktivität sowie unter dem Zuwachs bleibenden Holzentnahmen.
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Kohlenstoffquoten
Aktivitäten nach dem Artikel 3.3 des Kyoto-Protokolls (Neuaufforstung und Rodung) sind unbegrenzt anrechenbar, für Aktivitäten nach Artikel 3.4 (Maßnahmen der Waldbewirtschaftung) wurden Quoten vereinbart, die für die EU15 19 Mio. t CO2 betragen. Österreich wurden 2,3 Mio. t davon zuerkannt. Die Maßnahmen müssen dabei eindeutig dem Ziel einer Kohlenstoffspeicherung zugeordnet werden können.
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Durch Aufforstung kann
Österreich - aufgrund bereits hoher Waldausstattung - kaum kyotorelevante
Vorteile lukrieren |
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Der Verkehr weist stark
steigende CO2-Emissionen auf |
Wald und Klimapolitik
Die Speicherung von Kohlenstoff im Bestand ist eine temporäre Lösung, da
der Kohlenstoff in Holzprodukten nach unterschiedlich langen Zeiträumen wieder
als CO2 in die Atmosphäre gelangt. Da offensichtlich lange
Umtriebszeiten durch Schonung des Bodens die höchste CO2-Speicherung
erreichen, wurde die Forderung nach Außer-Nutzung-Nehmen von großen Waldflächen
erhoben. Dies ist jedoch mit den ökonomischen Erwartungen der Forstwirtschaft
nicht kompatibel. Eine derartige Maßnahme würde zudem zu einer geringeren
möglichen Substitution von fossilen Energieträgern durch den Brennstoff Holz
führen.
Aufgrund der
traditionellen Waldbewirtschaftung weist Österreich eine große Waldfläche mit
hohem Holzvorrat auf. Dies entspricht den Zielvorgaben des Artikels 3.3 des
Kyoto-Protokolls. Allerdings bezieht sich das Protokoll auf Maßnahmen nach
1990. Die besonders gute Waldausstattung Österreichs führt daher zu keinem
Bonus, sondern im Gegenteil: Durch jede Verringerung des derzeit großen
Kohlenstoffpools des Waldes geht Österreich eine "Kohlenstoffschuld" ein. Dies
wird von den Vertretern waldreicher Länder als unfair empfunden.
Der derzeitige Stand der Emissionen in Österreich:
Die Verpflichtung, bis 2008/2012 den Ausstoß an CO2-Äquivalenten
um 13% gegenüber dem Jahr 1990 zu senken, steht im scharfen Widerspruch zur
aktuell festgestellten Steigerung von 9.6% (Gugele et al. 2003).
Weiterführender Beitrag
Kontakt
- Robert Jandl
Klemens Schadauer
Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Institut für Waldinventur
Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1131 Wien, Österreich
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