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Dokumentinformationen
Autor(en): Ulrich Wasem
Originalartikel: Wasem, U. (2005): Auswirkungen von Schnee und Lawinen auf junge Bäume. http://www.waldwissen.net, 10.02.2005.
Online-Version: Stand: 07.01.2008
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Auswirkungen von Schnee und Lawinen auf junge Bäume

Erfahrungen aus der Aufforstung Stillberg bei Davos

Verbauungen
Viel Schnee
Abb. 1 - Die Stützverbauungen in der Aufforstungsfläche erfüllen ihre Wirkung im Winter.
Fotos: W. Schönenberger / U. Wasem (WSL)
 
Liegende Bäume
Abb. 2 - Schneegleiten und Schneekriechen drücken die kleinen Bäumchen um. Dies führt oft zu Säbelwuchs.
Foto: U. Wasem (WSL)
 
Geknickter Stamm
Abb. 3 - Wenn das Stämmchen bricht, sterben die betroffenen Bäume nicht selten ab.
Foto: U. Wasem (WSL)

Der auf der Versuchsfläche Stillberg entwickelte temporäre Stützverbau mit Rundholz-Schneerechen hat mittlerweile allgemeine Verbreitung gefunden. Ein aufgelöster Verbau (Abb. 1) eignet sich, um einzelne Baumgruppen gegen Schneebewegungen zu schützen.

Solange die Bäume klein sind und durch die Schneelast flach auf den Boden gepresst werden, stellen Lawinen kein grosses Problem dar. Die Bäume richten sich nach der Ausaperung wieder auf. Schneebewegungen (Abb. 2) können die Bäume erst ernsthaft verletzen, wenn die Stämme dicker und damit weniger flexibel geworden sind. Diese werden dann vermehrt angebrochen oder in der Längsrichtung gespalten (Abb. 3).

Solche Verletzungen sind für den Baum meist nicht unmittelbar tödlich, und sie können, wenn die Lawine ein seltenes Ereignis ist, wieder vollständig ausheilen. Bei häufigen Lawinenniedergängen verheilen die Verletzungen aber nur unvollständig, was die Stabilität der Bäume beeinträchtigt.

Schneekrichen und Schneegleiten

Die Wuchsform der Bäume wird vor allem durch den Schneebewegungen beeinflusst. Schon die normale Setzung der Schneedecke nach Schneefällen bewirkt an Steilhängen eine talwärts gerichtete Bewegung (Schneekriechen), welche die Stämme zu Boden drückt.

Oft können sich grössere Bäume (3 bis 5 Meter) während der Vegetationsperiode nicht mehr ganz aufrichten und bleiben somit talwärts geneigt. Vor allem an südlich exponierten, steilen Hängen rutscht die ganze Schneedecke langsam talwärts (Schneegleiten). Dies führt bei Bäumen schon früh zu säbelförmigem Wuchs. 20 Jahre nach der Pflanzung hatten am Stillberg 70 Prozent der Bäume talwärts geneigte Stämme oder Säbelwuchs.

In der Aufforstung wiesen 20 Jahre nach der Pflanzung zwei Prozent der Bäume Stammbrüche oder -spaltungen auf. Diese Verletzungen sind vor allem an den Sonnenseiten der Hangrippen zu beobachten, also auf den Standorten mit guten Wachstumsbedingungen. Einige wenige Bäume wurden durch Lawinen vollständig abgebrochen. Mit zunehmendem Stammdurchmesser werden aber diese Schäden stark zunehmen.

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