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Dokumentinformationen
Autor(en): Forschungsanstalt WSL, Bundesamt für Umwelt
Originalartikel: Eidg. Forschungsanstalt WSL; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL (Hrsg.) (2001): Lothar. Der Orkan 1999. Ereignisanalyse. - Birmensdorf, Bern, Eidg. Forschungsanstalt WSL, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL. 365 S.
Online-Version: verändert, Stand: 28.01.2009
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch english français italiano

Der Orkan Lothar 1999: eine Bilanz

Naturkräfte
 
Zerfetzte Buche
Fotos: T. Reich (WSL)
 
Buchdeckel
Buchdeckel der Ereignisanalyse

Entwaldete Hänge, blockierte Strassen und Bahnlinien, zerstörte Wohnhäuser und Scheunen, zahlreiche Todesopfer: Am 26. Dezember 1999 hinterliess der Orkan Lothar auf seinem Weg durch die Schweiz eine Spur der Verwüstung. Eine Ereignisanalyse zieht Bilanz.

In der Folge des Orkans starben 14 Menschen, bei den anschliessenden Aufräumarbeiten im Wald gab es weitere 15 Todesopfer. Mit über 12.7 Mio. m3 Holz wurde fast das Dreifache der jährlichen Holznutzung geworfen. Die Schadensumme im Wald beträgt rund 760 Mio. CHF, besonders stark geschädigt wurden dabei die privaten Waldeigentümer. Weitere rund 730 Mio. CHF fielen durch Schäden an Gebäuden und Fahrhabe an. Insgesamt beläuft sich die Schadensumme durch den Orkan Lothar auf ca. 1'780 Mio. CHF, verursacht in nur zwei Stunden am Vormittag des Stephanstags 1999. Die Auswirkungen werden in Wald, Wirtschaft und Gesellschaft noch lange Jahre spürbar sein, da Lothar auch Folgeschäden wie Borkenkäfervermehrung, Rutschungen oder weitere Windfälle verstärken kann, deren Ausmasse zur Zeit noch nicht absehbar sind.

Die erschreckende Bilanz ist der umfassenden Analyse der Ereignisse um den Orkan Lothar entnommen. Die Ereignisanalyse Lothar, die 2001 veröffentlicht wurde, arbeitet neben den meteorologischen Besonderheiten des Orkans und der Zusammenstellung der Schäden auch die von Betroffenen, Behörden und Einsatzkräften getroffenen Massnahmen auf, mit denen das Ausmass der Schäden gemindert und das Ereignis bewältigt werden konnte.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Gesellschaft und Wirtschaft in der Schweiz sehr gut und in erstaunlich kurzer Zeit selbst mit den ausserordentlich grossen Schäden zurecht kamen; Flexibilität, hoher Kenntnisstand und gute Vorbereitung auf ähnliche Situationen bei den meisten Beteiligten trugen wesentlich dazu bei. Verbesserungen sind nötig, z.B. im Bereich der Information der betroffenen Bevölkerung, der Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Krisenstäben und der Verbreitung meteorologischer Warnungen. Auch die Kommunikationsmittel sollten dem Stand der Technik angepasst werden. Solche extremen Witterungsverhältnisse kann man nicht verhindern, jedoch lassen sich durch verbesserte Massnahmen die Folgen möglichst klein halten.

Dieser Bericht ist ein gemeinsames Werk von Forschung, Verwaltung und Betroffenen. Er stellt die Grundlage dar für die noch lange nicht abgeschlossene Bewältigung und Aufarbeitung des Gesamtereignisses. Der Bericht ist aber auch Ausgangslage, um Chancen für Neues und Junges aufzeigen und nutzen zu können, welche der Orkan Lothar trotz aller Zerstörung mit sich gebracht hat. Er wendet sich damit an alle an der Bewältigung der Notsituation beteiligten Behörden, Fachleute und Politiker, aber auch an Interessierte und Betroffene.

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