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Dokumentinformationen
Autor(en): Renato Lemm, Martin Moritzi
Originalartikel: Renato Lemm und Martin Moritzi (2005): Polterverwaltung mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (http://www.waldwissen.net)
Online-Version: Stand: 15.01.2009
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch italiano

Polterverwaltung mit GPS-Handy senkt Kosten

Roholzlager werden mittels  GPS-Handy erfasst und über Internet zu verwaltet.
 Roholzlager werden mittels GPS-Handy erfasst ...
 
Holzpolterverwaltung über Internet
 ... und über Internet verwaltet.

Fotos: Dieter Seeger
 
Akteure und Informationsflüsse im Überblick
Akteure und Informationsflüsse im Überblick inkl. Erweiterungsmöglichkeiten (rot eingezeichnet)

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie helfen, in der Holzproduktionskette Zeit und Geld zu sparen und damit die Rentabilität in der Forstbranche zu verbessern.

Seit fast 20 Jahren ist die Schweizerische Holzproduktion grösstenteils nicht mehr kostendeckend. Die tiefsten Holzpreise Europas, das vergleichsweise hohe Lohnniveau und kleinstrukturierte Besitzverhältnisse machen die Bewirtschaftung der Schweizer Wälder unrentabel.

Um die Produktionskette "Holz" wieder profitabel zu machen und damit Bund, Kanton, Gemeinden sowie andere öffentliche Waldbesitzer von freiwilligen oder unfreiwilligen Defizitübernahmen zu entlasten, werden Forstbetriebe reorganisiert, Kooperationen gebildet und die Holzernte vermehrt mechanisiert. Es wird heute sehr viel Holz aufgerüstet, welches oft verschiedenen Waldeigentümern gehört und auch an verschiedene Abnehmer geliefert wird.

Eine zweckmässige Organisation dieser Holzkette mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnologie spart Zeit und Geld. Das WSL-Programm "Management einer zukunftsfähigen Waldnutzung" hat ein neues Polterverwaltungssystem (POLVER) konzipiert und mit einem EDV-Dienstleister umgesetzt. Dieses erlaubt, Rundholzlager mittels GPS-Handy zu erfassen und über Internet zu verwalten.

Einfach, kostengünstig und immer aktuell

Und so funktioniert das System: Der Förster steht mit seinem GPS-Handy vor einem Rundholzlager und erfasst in einem SMS mit drei Zahlenfolgen Besitzercode, Sortimentscode und Holzmenge des Polters. Die Koordinaten des Standortes werden vom GPS-Handy automatisch beigefügt. Anschliessend sendet der Förster diese Informationen per SMS an einen zentralen Server. Diese Meldung löst innert Sekunden eine SMS-Rückmeldung mit der neu erstellten Polternummer aus, welche der Förster auf das Rundholzlager aufsprüht. Die Polterdaten sind nun von allen berechtigten Nutzern abrufbar. Sie lassen sich beliebig sortieren, benutzergerecht zusammenstellen und auf der Landeskarte 1 : 25'000 mit zusätzlichen Informationen zur Befahrbarkeit der Waldstrassen darstellen und ausdrucken.

Neben Förster und Koordinationsstelle sind zur Zeit auch Transporteure an das System angebunden. Mit einem Passwort können sie via Internet nachschauen, wo wieviel Holz zur Abfuhr bereit liegt. Diese Lagerübersicht ermöglicht wichtige Optimierungen bei der Vermarktung und bei der Abfuhr des Holzes. Nach der Abfuhr meldet der Transporteur mittels eines SMS von einem normalen GSM-Handy die Restmenge des Holzlagers an den Server.

Die Vorteile dieses Systems sind offensichtlich: Die Kosten sind gering, die Handhabung ist sehr einfach und die Holz-Lagerhaltung ist immer aktuell. Aufwändige Kontrollen und Nachführungen vor Ort erübrigen sich. Und der Förster muss nicht mit jedem Transporteur in den Wald, um ihm zu zeigen, wo das bestellte Holz bereit liegt.

Erste praktische Anwendung

In der AAREHOLZ AG, einer privatrechtlichen Holzvermarktungsorganisation von 100 öffentlichen Waldeigentümern zwischen Biel und Niederbipp, hat die WSL einen Partner für einen ersten Einsatz des "dynamischen Polterverwaltungssystems" gefunden. Es ist im September 2004 in Zusammenarbeit mit der FL-Engineering AG und finanzieller Unterstützung von Holz 21 und vom Kanton Solothurn bei 5 Betriebsleitern der AAREHOLZ AG eingerichtet und in der folgenden Holzschlagperiode erprobt worden. Mitte Februar 2005 berichteten die Geschäftsstelle der AAREHOLZ AG und die WSL über ihre ersten durchwegs positiven Erfahrungen.

Die Beteiligten im Kreis der AAREHOLZ AG sind überzeugt, dass diese dynamische Lagerverwaltung grosse Vorteile im Bereich der Logistik bietet und sich, falls flächendeckend angewendet und eingespielt, kostensparend auswirken wird. Das in Tabelle 1 als Beispiel berechnete Einsparungspotenzial ist nur eine vorsichtige Schätzung. Weitere nicht quantifizierbare Nutzenpotenziale scheinen darin nicht auf.

Tabelle Einsparungspotential POLVER

Mögliche Weiterentwicklungen

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