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Dokumentinformationen
Autor(en): Textor, Bernd
Originalartikel: Textor, B. (2000): "Waldhackschnitzelgewinnung aus Laubholzkronen für Heizzwecke". Badische Bauern Zeitung 36, S. 39-41.
Online-Version: Stand: 23.09.2004
Redaktion: FVA, D
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Waldhackschnitzelgewinnung aus Laubstarkholzkronen für Heizzwecke

Teilmechanisiertes Verfahren - Hacken auf der Rückegasse

Vorbemerkungen

Der Haupthinderungsgrund für den verstärkten Einsatz von Holzenergie ist – unabhängig von nicht stimmenden Rahmenbedingungen - die meist mangelnde Wirtschaftlichkeit holzenergetischer Anlagen im Vergleich zu den mit fossilen Energieträgern betriebenen (erhöhte Investitionen, langfristige Kapitalbindung und Amortisationszeit). Fördermöglichkeiten bzw. günstige Energiepreise ("Billigmacher") verbessern die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen erheblich.
In Baden-Württemberg sind aktuell über 60 geförderte holzenergetische Wärmeerzeugungsanlagen in Betrieb. Der Waldholzanteil am Brennstoffmix dieser Anlagen beträgt überwiegend 30-50% mit eher abnehmender Tendenz. Die Bereitstellungskosten frei Verbrennungsstelle wirken sich maßgeblich auf den Anteil von Waldholz aus.

Häcksler bei der Arbeit
Abb. 1: Hacken der Laubstarkholzkronen auf der Rückegasse

Um an dem bestehenden Energieholzmarkt konkurrenz- und damit wettbewerbsfähig zu sein, müssen im Bereich der Bereitstellung von Waldhackgut alle Rationalisierungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Schon auf Grund des Stück-Masse-Gesetzes kann man ableiten, daß Waldhackgut, welches vorwiegend aus Beständen schwacher Dimensionen kommt, preislich im Prinzip wenig konkurrenzfähig sein kann.

Vollmechanisierte, damit prinzipiell kostengünstige Verfahren für die Hackschnitzelherstellung scheiden in der Regel aus, u.a. weil der geringe Massenanfall einem wirtschaftlichen Einsatz entgegensteht.

Versuch im Forstbezirk Müllheim

Ziel einer Untersuchung im Fbz. Müllheim war die Beantwortung der Frage, ob es mit örtlich zur Verfügung stehender Technik in teilmechanisierten Bereitstellungsverfahren möglich ist, Waldhackschnitzel kostengünstig und konkurrenzfähig bereitstellen zu können und damit ggf. den Waldholzanteil am Brennstoffmix zu erhöhen. Die Fragestellung ist für das bestehende holzenergetische Großprojekt der Stadt Müllheim (Leistung im Endausbau: 3 MW Holz) sehr bedeutend, da jährlich ca. 12.500 Sm³ Hackschnitzel (entspricht 5.000 Fm) zur Verfügung stehen müssen. Bisher war ein Waldholzanteil von nahezu 50% vorgesehen.

Häcksler beim Entleeren
Abb. 2: Entleeren des Hackgutes in bereitgestellte Container

Verfahrensmerkmale

Die Hackschnitzelbereitstellung erfolgt in der Praxis im Winterhalbjahr und zeitnah nach der Hiebsmaßnahme. Der Hacker kann je nach je nach Technik das Material auf der Rückegasse oder an der Waldstraße hacken. Im vorgestellten Verfahren wird auf der Rückegasse gehackt. Damit wird ein doppelt gebrochener Transport vermieden. Voraussetzung ist die systematische Erschließung der Bestände mit 4,0 m breiten Rückegassen im Abstand von 20 bis 40 Metern (idealerweise 30 m). Hangneigungen bis etwa 25% sind möglich.

Das motormanuelle Fällen/Aufarbeiten des Laubstarkholzes erfolgt nach dem gültigen EST-Standard-Arbeitsverfahren bzw. modifiziert im gelösten Verfahren (Ein-Mann-Arbeit in einer Zwei-Mann-Gruppe). Die Fällung erfolgt möglichst in Richtung Rückegasse. Die für die Energieholzgewinnung vorgesehenen Laubholzkronen sind –soweit erforderlich- durch zusätzliche Trennschnitte für das Hacken vorzubereiten.

Das Aufnehmen der Starkholzkronen und das Zuführen zum Trommelhacker des Mobilhackers (hier: ERJOFANTEN TM) erfolgt mit dem Kran des ERJO 7/65 RC (Kranreichweite 9,5m). Mit Hilfe eines Gebläses werden die erzeugten Hackschnitzel in den Container auf dem Hinterwagen geblasen.

Die Maschine arbeitet von der Rückegasse aus; nicht erreichbare Kronen bleiben liegen.

Durch den Aufbau von Fahrerhaus, Hacker, Motor und Kran auf einem Drehkranz des Vorderwagens (Schwenkbereich 200 Grad) kann Holz aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen werden. Dies bedeutet: hohe Effektivität, bestandes- und bodenschonende Arbeitsweise.

Das Rücken bis zur Waldstraße erfolgt mit dem Huckepack-Container des Mobilhackers (Fassungsvermögen 17 Sm³). Der Transport der Hackschnitzel ab Waldstraße bis zum Silo/Vorratslager erfolgt mit LKW-Container (Fassungsvermögen i.d.R. 34-40 Sm³).

Arbeitsablauf bei Stamm- und Energieholzgewinnung

danach (zeitlich abgesetzt)

Schema Hackschnitzelbereitstellung Fällen/Aufarbeiten:motormanuell; Ein-Mann-Arbeit in Zwei-Mann-Gruppe;Fällrichtung möglichst zur Rückegasse (Rückegassenabstand 20-40m)
Maschinenbeschickung und Hacken:Aufnehmen der Laubholzkronen mit Kran und Hacken auf der Rückegasse mit Mobilhacker
Rücken der Hackschnitzel bis Waldstraße:mit Container des Mobilhackers
Transport der Hackschnitzel bis Silo/Lager:
LKW mit Wechselcontainer (34-40 Sm³)
Abb. 3: Verfahrensablauf
 

Ablauf der Energieholzgewinnung:

Arbeitsauftrag

Arbeitsvorbereitung

Ausrüstung (Energieholz)

Entlohnung

Leistung und Kosten

Kostentabelle
Tab. 1: Leistung und Kosten frei Waldstrasse

Risiken und Waldschutzfragen

Durchführung der Erfolgskontrolle

Beurteilung des Verfahrens

Boden- und Bestandespfleglichkeit

Ergonomie

Wirtschaftlichkeit

Zusammenfassende Beurteilung

Das Verfahren "Hacken auf der Rückegasse" ist im untersuchten Einsatzspektrum (Vorratspflege im Laubstarkholz) bei ausreichender Erschließung mit Rückegassen gut geeignet und kostengünstig.

Bei den angeführten Leistungs- und Kostendaten ist zu berücksichtigen, dass der Energieinhalt (kW/Sm³) von Buche/Eiche gegenüber Nadelholz um mindestens 30 - 40% höher anzusetzen ist. Damit kann der Marktpreis pro Sm³ Buche/Eiche energiekosteneutral um diese Differenz höher liegen. Die Abrechnung nach Energieinhalt erfolgt in der Praxis in zunehmendem Umfang.

Hinsichtlich der Boden- und Witterungsverhältnisse sind günstige Einsatzbedingungen notwendig; den angeführten Untersuchungsergebnissen liegen bezüglich der Bodenverhältnisse ungünstige Bedingungen zugrunde.

Links

Dossier Energieholz

Kontakt


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