| Autor(en): | Urs-Beat Brändli et al. |
| Redaktion: | WSL, Schweiz |
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| Das LFI liefert Antworten auf viele Fragen zum Wald. Es ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Wald- und Umweltpolitik. Fotos: Thomas Reich, Simon Speich (WSL) |
Für eine nachhaltige Nutzung und für den Schutz der Wälder braucht es objektive Informationen. Das Schweizerische Landesforstinventar LFI liefert seit 1983 wissenschaftliche Daten zum Schweizer Wald. Die Resultate des Landesforstinventars sind unter anderem auf einer umfangreichen Webseite veröffentlicht.
Die Schweiz ist zu 31% bewaldet. Dieser Wald ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er liefert Holz, bietet Schutz vor Naturgefahren und dient als Freizeitraum. Eine nachhaltige Nutzung und der Schutz des Waldes erfordern objektive Informationen für Politiker, Forscher, Ökologen, Forstpraktiker, die Holzwirtschaft sowie für nationale und internationale Organisationen. 1981 beschloss der Bundesrat deshalb die Durchführung eines ersten Landesforstinventars (LFI). Heute besteht eine gesetzliche Grundlage für das LFI in Artikel 33 des Bundesgesetzes über den Wald von 1993.
Die Forschungseinheit "Waldressourcen und Waldmanagement" an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) führt das Landesforstinventar durch. Zusammen mit anderen Erhebungen bildet das LFI ein nationales Wald-Informationssystem. Es gehört zum Programm "Waldbeobachtung Schweiz" – zusammen mit der Langfristigen Waldökosystemforschung LWF, der Sanasilva-Inventur SSI und Waldschutz Schweiz (WSS). Das LFI soll periodisch den Zustand und die Veränderungen des Schweizer Waldes in all seinen Funktionen erfassen. Statistisch verlässliche Aussagen sollen für die Schweiz, grössere Kantone und Regionen möglich sein.
Seit fast 30 Jahren liefern die Schweizerischen Landesforstinventare Daten zum Schweizer Wald:
Das LFI war ursprünglich stark auf Fragen ausgerichtet, die für die Holzproduktion von Bedeutung sind. Mit dem zweiten LFI wurden erstmals Veränderungen im Aufbau und Zustand des Waldes registriert. Zudem wurden vermehrt Informationen über die Erholungsfunktion und den Wald als naturnahen Lebensraum erhoben. Hinzu kam neu auch die Analyse von Lawinen- und Steinschlag- Schutzwäldern.
Der zunehmende Informationsbedarf verlangt mit jeder neuen Inventur auch nach einer Erweiterung des Datenkatalogs. Dabei handelt es sich insbesonders um ökologische Kenngrössen. Das langfristige Ziel des LFI ist es, detaillierte Kenntnisse über die Waldfunktionen und die Funktionstauglichkeit der Waldbestände zu erhalten.
In der Schweiz stehen über 500 Millionen Bäume - zu viele, um sie alle zu untersuchen. Ausreichende Informationen erhält man mit einer Stichprobe. Dazu wurde beim ersten LFI ein Kilometernetz über die Schweiz gelegt. Die Knoten dieses Netzes bestimmen die Lage von rund 12'000 LFI1-Probeflächen im Wald.
Seit dem zweiten LFI wird nur noch Hälfte dieser Probeflächen, rund 6500 Stück, im Gelände aufgesucht. Dadurch weitete sich das ursprüngliche 1 km-Netz auf ein Netz mit 1,4 km Maschenweite aus. Um diese Reduktion zu kompensieren, werden die Luftbilder im 500 m-Netz interpretiert (siehe unten).
Seit der Umstellung auf eine kontinuierliche Erhebung im vierten
LFI wird weiterhin das gleiche Verfahren angewendet, nur erheben die Feldmitarbeiter die Daten neu regelmässig über neun Jahre verteilt.
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| Foto: Simon Speich (WSL) |
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| Foto: Beni Basler, www.fotobasler.ch |
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| Wald oder Nichtwald? Diese Frage stellt sich zu Beginn jeder Aufnahme auf den Stichprobenflächen. Grafik: LFI |
Diverse Informationen zum Waldaufbau lassen sich aus dem Luftbild mit weniger Aufwand erheben als draussen im Wald. Deshalb werden seit dem zweiten LFI die Luftbilddaten im 500m-Netz erhoben, und als Folge davon konnte die Zahl der terrestrischen Probeflächen ohne Genauigkeitsverlust halbiert werden.
Dank der verdichteten Luftbildinterpretation und speziell entwickelten statistischen Methoden ist es möglich, den Holzvorrat, die Stammzahl und die Waldfläche ebenso genau zu ermitteln wie im LFI1. Im LFI2 und LFI3 berechnen die Forscher anhand der Luftbilder im Nichtwaldareal auch die Anzahl Einzelbäume und die Länge der linienförmigen Flurgehölze. Im LFI3 arbeiteten sie erstmals mit digitalen Farbbildern anstelle von Graustufen-Bildern.
Nach der Luftbildinterpretation suchen Feldequipen die Waldprobeflächen im Gelände auf – mit Ausnahme der unzugänglichen Probeflächen. Seit dem LFI3 nehmen die LFI-Mitarbeiter auch den Gebüschwald auf.
Die Aufnahmegruppen vermessen auf der Probefläche durchschnittlich 13 Bäume. Zudem beschreiben sie den Baumbestand und beurteilen die Standortverhältnisse. Umfragen beim lokalen Forstdienst und das Wegenetz der Landeskarten 1:25000 liefern Angaben über Eigentumsverhältnisse sowie Informationen zur Holzernte und zur Walderschliessung.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Zweck und Motivation werden in der Schweiz verschiedene Walddefinitionen verwendet. So kommt in den Waldgesetzen der Kantone vor allem die Absicht des Gesetzgebers zum Ausdruck, den Wald zu erhalten und zu schützen. Das LFI hingegen – als nationales Projekt auf eine einheitliche Walddefinition angewiesen – definiert den Wald quantitativ.
Die Walddefinition im LFI stützt sich auf die drei Kriterien Deckungsgrad, Waldbreite und Baumhöhe: Eine mit Bäumen bewachsene Fläche gilt als Wald, wenn sie breiter als 50 Meter ist und wenn die Baumkronen mehr als 20 Prozent der Bodenfläche bedecken (siehe Abbildung). Ist der Bewuchs dichter, gelten auch schmalere Flächen als Wald. Mit Ausnahme von Aufforstungen, Brand- und Sturmflächen sowie Gebüschwäldern müssen die Bäume zudem höher als drei Meter sein.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse des LFI und deren waldpolitische Interpretation werden laufend in Büchern und anderen Publikationen veröffentlicht. Die Öffentlichkeit wird in erster Linie über Medienbeiträge und Pressemitteilungen orientiert.
Das LFI soll möglichst breit und umfassend genutzt werden. Deshalb stellt das LFI-Team seinen reichen Datenschatz und seine langjährigen Erfahrungen auch Ihnen als Dienstleistung zur Verfügung. Bis heute haben das Fürstentum Liechtenstein und die Kantone ZH, AR, GR, BE nach der Methode LFI Regionalinventuren durchgeführt. Weitere Beispiele zur Verwendung der LFI-Daten in Stichworten:
Die wichtigsten Auftraggeber für Datenanalysen sind Forschung und Lehre (48%), kantonaler Forstdienst (28%), Bundesverwaltung (14%) sowie nationale Verbände (5%) und internationale Organisationen (5%).
Weitere Informationen zum LFI
Auf der Homepage des Schweizerischen Landesforstinventars finden Sie zusätzliche Informationen. Dort können Sie die Resultate, für die Sie sich interessieren, in Tabellenform oder als Karten betrachten. Attraktiv sind auch die Verbreitungskarten der häufigsten Waldbäume der Schweiz. Ein umfangreiches Wörterbuch zu forstlichen Begriffen und eine Linkseite zu Waldinventaren anderer Länder runden die Website ab.