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Autor(en): Siegfried Sperrer, Herbert Spicar (beide BFW), Herbert Lampel (FJ-BLT Wieselburg), Johannes Paar (Bad Blumau)
Redaktion: BFW, Österreich
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Seilwinden im Härtetest: Farmi JL 55 ALP 1800 - der Finne

Seilwinde Farmi JL 55 ALP 1800
Farmi JL 55 ALP 1800

Der finnische Seilwindenhersteller Farmi Normet bezeichnet sich als der Erfinder der Dreipunkt-Seilwinde. In Österreich wird diese Winde von der Firma Esch-Technik mit Zentralsitz in St. Veit importiert. Die Seilwinde wurde im Rahmen eines Vergleichstests geprüft (Informationen zur Prüfmethode, Tipps für den Kauf)

Bewertungstabelle für Seilwinde Farmi JL 55 ALP 1800 
Plus Trommelnachlaufbremse
Ausführung untere Umlenkrolle
Kettenhaken
abgedeckte Kettenkästen
Kettenspannvorrichtung
Bebilderung
Plus/minus Lage des Steckers für das Bedienkabel
Lage der elektrohydraulsichen Steuereinheit
Minus
Position des Zapfwellenstummels
Einsicht zu Trommel

Konstruktion und praktische Erkenntnisse

Die Winde ist mechanisch bedienbar konzipiert und kann mit wenig Aufwand mit einer elektrohydraulischen Steuerung aufgerüstet werden. Die Ölpumpe wird elektrisch angetrieben. Die gesamte Steuereinheit ist in einem Kasten gut zugänglich außen an der Winde positioniert. Da der Arbeitsdruck immer neu erzeugt werden muss, hat die Windensteuerung eine lange Reaktionszeit. Im sehr geschützten und damit leider schwer einsehbaren Inneren der Winde befinden sich eine Trommelnachlaufbremse und eine Seilwickelhilfe.

Rückeschild von Farmi
Die scharfen Kanten des Schildes führen bei der Lastfahrt und beim Poltern zu Holzverletzungen

Die Schildform erweist sich im Einsatz als praxistauglich, wenngleich die seitlichen relativ scharfen Kanten bei der Lastfahrt und beim Poltern zu Holzverletzungen führen können.

Umlenkrolle von Farmi
Durch das praktische Öffnen der unteren Umlenkrolle lässt sich das Seil einfach einlegen

Durch die hoch angesetzte untere Umlenkrolle kommt es beim schrägen Zuzug zu seitlicher Instabilität. Die Winde wird einseitig angehoben. Die Ausführung der unteren Umlenkrolle zeichnet sich durch einen großen Rollendurchmesser aus. Durch das einfache Öffnen der Umlenkrolle lässt sich das Seil einfach einlegen. Der vorhandene seitliche Platz vor dem Rückeschild ist gut genützt. In den abgedeckten Ablagefächern ist Platz für jede Menge Zubehör. Das Einfädeln des Zugseiles und dessen Befestigung ist mühelos durchführbar.

Die Bedienungsanleitung ist es wert gelesen zu werden. Sie enthält praktische Tipps für die Vorbereitung und den Einsatz der Seilwinde, die mit vielen Zeichnungen einfach erklärt sind. Auch die an der Winde befindlichen Schilder und Aufkleber werden erläutert. Der Schmierplan sieht vor, Kupplungsteile, Gelenkwelle und Trommelantriebskette in bestimmten Intervallen zu fetten.

In der Wartungsanleitung wird gut nachvollziehbar das Einstellen der Kupplung, der Trommelantriebskette, der Trommelnachlaufbremse und der Bremse erläutert. Eine Funktionsstörungstabelle sowie eine übersichtliche Ersatzteilliste runden das gute Handbuch ab. Die Antriebskette lässt sich mit wenigen Arbeitsschritten spannen, ohne vorher intensive Demontagearbeiten durchführen zu müssen.

Dauerbelastungstest

Ursprünglich wurde vom österreichischen Importeur die Type JL 601T für diesen Vergleichstest bereitgestellt. Da es gleich zu Beginn des Dauerbelastungstests zu Problemen kam, die auch von einem finnischen Spezialisten nicht behoben werden konnten, wurde die Testmaschine gegen die Type JL 55 ALP 1800 ausgetauscht. Diese Winde ist von ihrer Gesamtkonzeption her anders aufgebaut und hat eine um etwa 500 kg geringere Zugkraft. Sie hat den Dauerbelastungstest allerdings fast makellos bestanden. Auf das Konto dieser Winde gehen ein Seilriss und ein Riss der Antriebskette.

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