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Autor(en): Redaktion waldwissen.net
Originalartikel: Redaktion WSL (2006): Luchsumsiedlung: Überleben der Ostschweizer Luchspopulation unsicher (http://www.waldwissen.net)
Online-Version: Stand: 16.02.2006
Redaktion: WSL, CH
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Luchsumsiedlung: Überleben der Ostschweizer Luchspopulation unsicher

Luchs in der Fotofalle
Luchs-Weibchen "Nema" in der Fotofalle
 
2 Luchsjunge mit Mutter
"Nura" mit zwei Jungen
Foto: © A. Ryser LUNO-KORA
 
Schneehase in der Fotofalle
Die Kameras der Fotofallen erfassten auch zahlreiche andere Obekte. Neben Füchsen, Dachsen, Menschen, Gämsen oder Rehen auch Schneehasen.

Fotos: © LUNO-KORA

Im Rahmen des Projekts "Luchsumsiedlung Nordostschweiz" (LUNO) wurden 2001 und 2003 insgesamt neun Luchse in die Ostschweiz umgesiedelt. Davon leben heute im Projektgebiet noch mindestens "Turo" und "Nura". Beide haben sich 2005 erfolgreich fortgepflanzt. Die jeweiligen Partner sind selbst Nachkommen umgesiedelter Luchse, die bereits in der Nordostschweiz geboren sind.

Im Winter 2004/2005 haben Forscher die Ostschweizer Luchspopulation anhand einer möglichst lückenlosen Bestandeserfassung untersucht. Da mit Ausnahme des Senders von "Turo" keine weiteren Sendehalsbänder mehr funktionsfähig waren, wurde die Luchspopulation mit Fotofallen, systematischer Spurensuche im Schnee und aufgrund von Zufallsbeobachtungen erhoben und ausserdem genetische Analysen vorgenommen.

Die Ergebnisse waren ernüchternd. Von den potenziell im Untersuchungsgebiet lebenden Luchsen, die 2001 und 2003 umgesiedelt worden waren, konnten die Luchs-Experten nur noch "Turo" im Tössstockgebiet und "Nura"im Raum Speerkette/Churfirsten nachweisen. Immerhin stellten die Wissenschafter auch zwei in der Nordostschweiz geborene Tiere fest: "Nema", ein Weibchen des Jahrgangs 2002, und "B88", ein Kuder des Jahrgangs 2003. Ausserdem gab es Mitte Jahr einen vertrauenswürdigen Hinweis auf "Aika" aus dem Kanton Glarus. Die übrigen Luchse "Aura", "Baya" und "Odin" wurden nicht erfasst. Ebenso fehlten Nachweise weiterer Subadulter, und auch ein 2003 fotografierter Luchs ohne Senderhalsband liess sich nicht mehr bestätigen. Erfreulich waren hingegen Beobachtungen von mehreren Jungtieren im Herbst.

Auch wenn die Luchs-Experten heute wissen, dass sich 2005 beide im Monitoring nachgewiesenen Weibchen reproduziert haben, und unter der Annahme, dass sich mit den eingesetzten Erhebungsmethoden ein bis zwei Luchse nicht erfassen liessen, ist das Fortpflanzungspotenzial der Luchspopulation doch sehr gering. Das Überleben bzw. der Aufbau der Population ist deshalb zum aktuellen Zeitpunkt ernsthaft in Frage gestellt.

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