Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft
Abt. Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit, Waldpädagogik
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| Autor(en): | Dirk Schmechel |
| Redaktion: | LWF, Deutschland |
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Europa wächst zusammen, doch dieser Prozess ist komplex
und bedarf intensiver Kommunikation und Kooperation. Der EU-Forstaktionsplan
bildet eine Grundlage für die Vernetzung im Forstsektor. Der Waldpädagogik wird
dort als wichtiges forstliches Arbeitsfeld viel Raum gewährt.
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Europa steht nach den jüngsten Ost-Erweiterungen der EU vor neuen Herausforderungen. Im Prozess des Zusammenwachsens können forstwirtschaftliche Belange und Interessen nur bei guter Kooperation und Kommunikation zwischen den Mitgliedsstaaten optimal vertreten werden. Waldpädagogik ist nicht nur ein wichtiges und zukunftsweisendes, sondern in vielen Ländern auch ein relativ neues oder noch nicht besetztes forstliches Arbeitsfeld. Der Wissenstransfer ist daher in der Waldpädagogik besonders bedeutsam. Grundlage der Zusammenarbeit bildet der EU-Forstaktionsplan. Forstleute aus Deutschland und Österreich riefen im Jahre 2004 eine Initiativgruppe ins Leben, die 2007 zum "Europanetzwerk Waldpädagogik" erweitert wurde.
Im Januar 2008 fand in Wien das zweite Treffen des "Europanetzwerkes-Waldpädagogik" statt, an dem derzeit Forstkolleginnen und -kollegen aus den Forstverwaltungen Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Österreichs, Schwedens, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarns teilnehmen. Alle Mitglieder wurden als offizielle Regierungsvertreter – meist aus den jeweiligen Forstministerien – entsandt. Gemäß eines Beschlusses der deutschen Forstchefkonferenz im April 2007 hat neben dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Land Brandenburg auch Bayern das Mandat, für Deutschland in diesem Netzwerk mitzuwirken.
Der EU-Forstaktionsplan (Laufzeit 2007–2011) besteht aus 18 Schlüsselaktionen, die die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten umsetzen möchte. Wenn auch der Forstaktionsplan gegenüber den Mitgliedsstaaten nur empfehlenden und keinen verbindlichen Charakter hat, so sind die Mitgliedsstaaten dennoch gehalten, sich gemäß ihrer spezifischen Gegebenheiten und Prioritäten an der Umsetzung des Forstaktionsplanes zu beteiligen. Die dazu notwendigen Maßnahmen können laut Forstaktionsplan durch bestehende Gemeinschaftsinstrumente unterstützt, aber auch durch nationale Instrumente realisiert werden.
Der EU-Forstaktionsplan beschreibt in seiner Schlüsselaktion 10 "Stärkung der Umwelterziehung und Umweltinformation": "Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist notwendig um zu gewährleisten, dass der Nutzen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung innerhalb der Gesellschaft ausreichend bekannt ist."
Während die Schlüsselaktion 18 "Verbesserung von Informationsaustausch und Kommunikation" eher auf die "Verfügbarkeit und Übermittlung aktueller Informationen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Berücksichtigung von Forstfragen bei politischen Entscheidungen (so der EU-Forstaktionsplan)" abzielt, werden waldpädagogische Angebote der Schlüsselaktion 10 zugerechnet.
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| Abb. 1: Die Initiativgruppe des Europanetzwerkes Waldpädagogik. (v.r.n.l.) Dr. Albert Knieling; Klaus Radestock; Thomas Baschny; Prof. Robert Vogl; Dirk Schmechel |
Im Arbeitsprogramm des Ständigen Forstausschusses (SFC) der Kommission zur Umsetzung des Forstaktionsplanes wurden innerhalb der Schlüsselaktion 10 "Stärkung der Umwelterziehung und Umweltinformation" für das Jahr 2008 zwei Maßnahmen vereinbart:
Mit der Gründung des EU-Netzwerkes-Waldpädagogik wurde bereits begonnen, die Nr. 10.1 umzusetzen. Bisher koordiniert eine Initiativgruppe die Steuerung dieses Netzwerkes, der neben zwei Kollegen des österreichischen Forstministeriums auch Professor Dr. Robert Vogl (Fachhochschule Weihenstephan), Klaus Radestock (Leiter des "Haus des Waldes" in Brandenburg) und Dirk Schmechel (Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten) angehören.
Zukünftig sollen – wie vom SFC bereits beschlossen – die Aktivitäten dieses Netzwerkes an die bereits seit 1994 bestehenden Strukturen des "Forest comunicators network" (FCN) angekoppelt werden. In diesem FCN-Forum – ein Zusammenschluss von UNECE (Europäische Wirtschaftskommission der UN) und FAO (Europäische Forstwirtschaftskommission der FAO) – wirken derzeit 52 Mitglieder aus 30 Nationen mit. Vorsitzender des FCN ist Herr Ingwald Gschwandtl (Leiter der Abteilung Forstpolitik und Öffentlichkeitsarbeit am österreichischen Forstministerium, Wien). Die Anbindung des EU-Waldpädagogik-Netzwerkes an das FCN hat den großen Vorteil, dass es dadurch nun ein offizielles Mandat gibt, um über Waldpädagogik an den Ständigen Forstausschuss der EU-Kommission berichten zu können.
Die ersten Ergebnisse und die nächsten Schritte:
In den ersten Treffen des Europanetzwerkes wurden vor allem grundsätzliche Festlegungen und Zielformulierungen zu folgenden Eckpunkten abgestimmt:
Die weiteren Schritte des Netzwerkes sollen sein:
Dirk Schmechel ist stellvertretender Leiter des
Referates Forschung, Innovation, Waldpädagogik am Bayerischen
Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.