Suche

     Suche nur innerhalb dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Dirk Schmechel

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaf
t
Abt. Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit, Waldpädagogik
Hans-Carl-von-Carlowitz-Pl. 1
85354 Freising

Telefon: +49 (8161) / 71 - 4919
Telefax: +49 (8161) / 71 - 4971

Waldwissen Newsletter

Unser Waldwissen-Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Dirk Schmechel
Redaktion: LWF, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 53.3353.3353.3353.3353.33 (20)

Europanetzwerk Waldpädagogik

Forstliche Bildungsarbeit gewinnt auch im vereinten Europa eine immer größere Bedeutung

Europa wächst zusammen, doch dieser Prozess ist komplex und bedarf intensiver Kommunikation und Kooperation. Der EU-Forstaktionsplan bildet eine Grundlage für die Vernetzung im Forstsektor. Der Waldpädagogik wird dort als wichtiges forstliches Arbeitsfeld viel Raum gewährt.

Europaflagge als Netzwerk

Europa steht nach den jüngsten Ost-Erweiterungen der EU vor neuen Herausforderungen. Im Prozess des Zusammenwachsens können forstwirtschaftliche Belange und Interessen nur bei guter Kooperation und Kommunikation zwischen den Mitgliedsstaaten optimal vertreten werden. Waldpädagogik ist nicht nur ein wichtiges und zukunftsweisendes, sondern in vielen Ländern auch ein relativ neues oder noch nicht besetztes forstliches Arbeitsfeld. Der Wissenstransfer ist daher in der Waldpädagogik besonders bedeutsam. Grundlage der Zusammenarbeit bildet der EU-Forstaktionsplan. Forstleute aus Deutschland und Österreich riefen im Jahre 2004 eine Initiativgruppe ins Leben, die 2007 zum "Europanetzwerk Waldpädagogik" erweitert wurde.

Im Januar 2008 fand in Wien das zweite Treffen des "Europanetzwerkes-Waldpädagogik" statt, an dem derzeit Forstkolleginnen und -kollegen aus den Forstverwaltungen Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Österreichs, Schwedens, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarns teilnehmen. Alle Mitglieder wurden als offizielle Regierungsvertreter – meist aus den jeweiligen Forstministerien – entsandt. Gemäß eines Beschlusses der deutschen Forstchefkonferenz im April 2007 hat neben dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Land Brandenburg auch Bayern das Mandat, für Deutschland in diesem Netzwerk mitzuwirken.

Grundlage der Vernetzung: Der EU-Forstaktionsplan

Der EU-Forstaktionsplan (Laufzeit 2007–2011) besteht aus 18 Schlüsselaktionen, die die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten umsetzen möchte. Wenn auch der Forstaktionsplan gegenüber den Mitgliedsstaaten nur empfehlenden und keinen verbindlichen Charakter hat, so sind die Mitgliedsstaaten dennoch gehalten, sich gemäß ihrer spezifischen Gegebenheiten und Prioritäten an der Umsetzung des Forstaktionsplanes zu beteiligen. Die dazu notwendigen Maßnahmen können laut Forstaktionsplan durch bestehende Gemeinschaftsinstrumente unterstützt, aber auch durch nationale Instrumente realisiert werden.

Der EU-Forstaktionsplan beschreibt in seiner Schlüsselaktion 10 "Stärkung der Umwelterziehung und Umweltinformation": "Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist notwendig um zu gewährleisten, dass der Nutzen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung innerhalb der Gesellschaft ausreichend bekannt ist."

Während die Schlüsselaktion 18 "Verbesserung von Informationsaustausch und Kommunikation" eher auf die "Verfügbarkeit und Übermittlung aktueller Informationen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Berücksichtigung von Forstfragen bei politischen Entscheidungen (so der EU-Forstaktionsplan)" abzielt, werden waldpädagogische Angebote der Schlüsselaktion 10 zugerechnet.

Umsetzung des FAP in der Waldpädagogik

nitiativgruppe des Europanetzwerkes Waldpädagogik
Abb. 1: Die Initiativgruppe des Europanetzwerkes Waldpädagogik. (v.r.n.l.) Dr. Albert Knieling; Klaus Radestock; Thomas Baschny; Prof. Robert Vogl; Dirk Schmechel

Im Arbeitsprogramm des Ständigen Forstausschusses (SFC) der Kommission zur Umsetzung des Forstaktionsplanes wurden innerhalb der Schlüsselaktion 10 "Stärkung der Umwelterziehung und Umweltinformation" für das Jahr 2008 zwei Maßnahmen vereinbart:

  • Bereits im Jahr 2008 soll der Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten über Umwelterziehung und Informationskampagnen intensiviert werden. Dabei sollen sich die Länder sowohl über bestehende Praktiken als auch zu Planungen für zukünftige Vorhaben austauschen.
  • Bis 2010 sollen die Aktivitäten der Mitgliedsstaaten in der waldbezogenen Umweltbildung bewertet, ein Gutachten in Auftrag gegeben und ein Workshop zur Ergebnisdiskussion durchgeführt werden.

Mit der Gründung des EU-Netzwerkes-Waldpädagogik wurde bereits begonnen, die Nr. 10.1 umzusetzen. Bisher koordiniert eine Initiativgruppe die Steuerung dieses Netzwerkes, der neben zwei Kollegen des österreichischen Forstministeriums auch Professor Dr. Robert Vogl (Fachhochschule Weihenstephan), Klaus Radestock (Leiter des "Haus des Waldes" in Brandenburg) und Dirk Schmechel (Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten) angehören.

Zukünftig sollen – wie vom SFC bereits beschlossen – die Aktivitäten dieses Netzwerkes an die bereits seit 1994 bestehenden Strukturen des "Forest comunicators network" (FCN) angekoppelt werden. In diesem FCN-Forum – ein Zusammenschluss von UNECE (Europäische Wirtschaftskommission der UN) und FAO (Europäische Forstwirtschaftskommission der FAO) – wirken derzeit 52 Mitglieder aus 30 Nationen mit. Vorsitzender des FCN ist Herr Ingwald Gschwandtl (Leiter der Abteilung Forstpolitik und Öffentlichkeitsarbeit am österreichischen Forstministerium, Wien). Die Anbindung des EU-Waldpädagogik-Netzwerkes an das FCN hat den großen Vorteil, dass es dadurch nun ein offizielles Mandat gibt, um über Waldpädagogik an den Ständigen Forstausschuss der EU-Kommission berichten zu können.

Die ersten Ergebnisse und die nächsten Schritte:

In den ersten Treffen des Europanetzwerkes wurden vor allem grundsätzliche Festlegungen und Zielformulierungen zu folgenden Eckpunkten abgestimmt:

  • Definition von waldbezogener Umweltbildung
  • Prinzipien waldbezogener Umweltbildung
  • Ziele waldbezogener Umweltbildung
  • Bedeutung der nationalen Verankerung und europäischen Vernetzung von Waldpädagogik (auch als wichtige Aufgabe der Forstverwaltungen) und Beteiligung weiterer Länder

Die weiteren Schritte des Netzwerkes sollen sein:

  • Zusammenstellung von Bestpractise-Beispielen zur Waldpädagogik in Europa
  • Entwicklung einer Informationsplattform (Internet) über Materialien, Veröffentlichungen, Seminare; Tagungen zur Waldpädagogik
  • Planung und Durchführung eines jährlichen Waldpädagogik-Kongresses
  • Konzeption gemeinsamer europaweiter Projekte oder Kampagnen

Dirk Schmechel ist stellvertretender Leiter des Referates Forschung, Innovation, Waldpädagogik am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Mehr im Web

Mehr auf waldwissen.net