Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft
Abt. Biodiversität,
Naturschutz, Jagd
Hans-Carl-von-Carlowitz-Pl. 1
D-85354 Freising
Telefon: +49 (8161) / 71 - 4942
Telefax: +49 (8161) / 71 - 4971
| Autor(en): | Redaktion waldwissen.net – LWF |
| Redaktion: | LWF, Deutschland |
| Kommentare: | Artikel hat 0 Kommentare |
| Bewertung: |
|
|
|
Abb. 1: Das "Grüne Band" reicht von der Barentssee im Norden bis an die Adria und das Schwarze Meer im Süden. |
Der "Eiserne Vorhang" verlief über Jahrzehnte hinweg vom Eismeer im Norden bis hin an Schwarzes Meer und Adria im Süden. Dieser ehemalige Trennungsstreifen ist heute als das "Grüne Band" bekannt und hat eine völlig konträre Funktion: er verbindet seit langem unberührte Lebensräume auf einer Länge von über 12.500 Kilometern und durch 23 Staaten hindurch.
Das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet war fast 1.400 Kilometer lang. Neben einem 500 Meter breiten Schutzstreifen bestand dieser auf Seiten der DDR aus einer etwa fünf Kilometer breiten Sperrzone, in der menschliche Aktivitäten stark eingeschränkt waren. Hier konnte sich die Natur über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Im Kern handelt es sich beim Grünen Band um einen Streifen von 50 bis 200 Metern Breite, der von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof reicht. Die "Bestandsaufnahme Grünes Band" belegte, dass dieser Streifen aufgrund seines besonderen Reichtums an großteils gefährdeten Arten und Lebensräumen sowie seiner besonderen Funktion für den Biotopverbund einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Allerdings sind seit dem Mauerfall rund 15 % der Fläche des Grünen Bandes beeinträchtigt oder zerstört worden. Dieses Grüne Band Deutschland stand Pate für die faszinierende Vision eines Grünen Bandes Europa.
Aus dem Grünen Band Europa könnte der erste und größte grenzüberschreitende Biotopverbund Europas werden. Existierende Naturschutzgebiete sollen als Kerngebiete erhalten und entwickelt werden. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat gemeinsam mit der Weltnaturschutzorganisation IUCN begonnen, einen Prozess der grenzübergreifenden Kooperation entlang des gesamten europäischen Grünen Bandes in Gang zu setzen. Dieses Grüne Band könnte unter anderem auch einen wichtigen Beitrag zum Schutzgebietssystem Natura 2000 leisten.