| Dokumentinformationen |
|
Autor(en):
|
Redaktion waldwissen.net - WSL
|
|
Originalartikel: |
Redaktion waldwissen.net - WSL (2007): Dossier Kastanien. http://www.waldwissen.net, 10.09.2007.
|
|
Online-Version: |
Stand: 05.09.2008
|
|
Redaktion:
|
WSL, CH
|
|
Verfügbare Sprachen:
|
Druckansicht
deutsch
|
Kastanien
|
Foto: T. Reich (WSL)
|
In Mitteleuropa kommen die Edelkastanie (Castanea sativa) und die Rosskastanie
(Aesculus hippocastanum) vor. Die beiden
Arten sind genetisch nicht näher miteinander verwandt, lediglich die Früchte
weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf. Die Edelkastanie zählt man zur Familie der Buchengewächse, währenddem die Rosskastanie zur Familie der
Seifenbaumgewächse (früher: Rosskastaniengewächse) gehört. Sowohl Edel- als auch Rosskastanie waren
ursprünglich bei uns nicht heimisch.
Südschweizer Edelkastanienwälder und "Heisse
Marroni"
Die Edelkastanie stammt ursprünglich wohl aus Südosteuropa und dem
Gebiet der heutigen Türkei. Sie wurde bei uns ebenso wie die Weinrebe von den
Römern eingeführt, denn ihre nahrhaften, wohlschmeckenden und zudem gut
lagerfähigen Früchte waren schon lange geschätzt. Obwohl es auch nördlich der
Alpen kleinere Kastanienbestände gibt, sind in der Schweiz vor allem die
ausgedehnten Kastanienwälder des Kantons Tessin und der Südbündner Täler
bekannt.
Edelkastanien sind durch den aus Asien eingeschleppten
Kastanienrindenkrebs (Cryphonectria
parasitica) bedroht. Die Krankheit scheint derzeit zum Glück unter
Kontrolle. Kastanienbäume können alt und sehr dick werden
und weisen durch die frühere Bewirtschaftung oft eine typische Wuchsform auf. Die Forschungsanstalt WSL hat die
300 imposantesten Kastanienbäume der Südschweiz inventarisiert.
Rosskastanie: Zierbaum und Schattenspender
Die Rosskastanie hat ihre ursprünglichen
Vorkommen in Nordgriechenland, Albanien und Mazedonien. Gegen Ende des 16.
Jahrhunderts wurde sie nach Mitteleuropa eingeführt und war fortan als
Zierbaum im Stadtgebiet oder als Wildfutterlieferant in Wäldern geschätzt.
Die Rosskastanie ist auch beliebter Schattenspender an Uferpromenaden oder in
Biergärten. 2005 wurde sie zum Baum des Jahres gekürt.
|
Blütenphänologie der Kastanie
|
 |
|
Die Edelkastanie gehört zu den Arten, die sich nicht selbst befruchten können und deshalb auf Fremdbestäubung angewiesen sind. Diese Baumart weist sowohl die typischen Merkmale der Insektenbestäubung als auch diejenigen der Windbestäubung auf.
|
|
|
|
Wertholzproduktion im Kastanien-Niederwald
|
 |
|
Forstwissenschafter gehen der Frage nach, ob sich in Umtriebszeiten von 30–40 Jahren qualitatives Kastaniensägerundholz produzieren lässt. Dabei machten sie eine interessante Beobachtung: Scheinbar tote Kastanienstöcke schlagen wieder aus.
|
|
|
40 Jahre Versuchsaufforstung Copera
|
 |
|
Mitte des 20. Jahrhunderts drohte der Kastanienrindenkrebs die Kastanienwälder der Alpensüdseite zu zerstören. Um Alternativen für die Esskastanie zu suchen, pflanzte die Forschungsanstalt WSL vor 40 Jahren 71 Baumarten aus aller Welt.
|
|
|
|
Kastanienfrüchte
|
 |
|
Die Kastanie hat äusserst delikate aber leicht verderbliche Früchte. Sie vertrocknen schnell und sind anfällig gegen Schimmelpize und Insekten. Ein Merkblatt hilft, die Marroni länger lagern zu können.
|
|
|
Riesenkastanien im Tessin
|
 |
|
Über 7 Meter Umfang auf Brusthöhe, Alter 350 bis 700 Jahre: Das sind die eindrücklichen Kennzahlen der 300 imposantesten Kastanienbäume im Tessin und im Misox. Ein Mitarbeiter der WSL hat die Baum-Persönlichkeiten in einem Inventar erfasst.
|
|
|
|
Restauration von Kastanienselven
|
 |
|
Die Edelkastanie bildete auf der Alpensüdseite einst die Ernährungsgrundlage und prägte Leben und Landschaft. Nachdem die Kastanienkultur weitgehend in Vergessenheit geriet, bemüht man sich heute, die Kastanienselven und die Sortenvielfalt zu erhalten.
|
|
|
Japanische Esskastanien-Gallwespe
|
 |
|
Bei der Japanischen Esskastanien-Gallwespe handelt es sich um einen Quarantäneorganismus, der bisher noch nicht in Deutschland beobachtet worden ist. 2002 wurde das Insekt in Norditalien festgestellt. Seither haben sich die Befallsherde trotz verschiedener Bekämpfungsmaßnahmen stetig erweitert.
|
|
|
|
Wald und Waldpolitik im Kanton Tessin
|
 |
|
Aufgrund der Topografie, der kleinflächigen Eigentumsstruktur und der fehlenden Erschliessung werden im Tessin lediglich 10% des Holzzuwachses genutzt. Im Hinblick auf einen gesicherten Holzabsatz ist die Förderung von Holzheizungen im öffentlichen Bereich ein Ziel von hoher forstpolitischer Priorität.
|
|
|
Der Kastanienrindenkrebs
|
 |
|
Anfang des letzten Jahrhunderts wurde der Kastanienrindenkrebs von Asien in die USA eingeschleppt. Diese Pilzkranheit zerstörte dort innerhalb von 30 Jahren die ausgedehnten Kastanienwälder fast vollständig. In Europa verläuft die Krankheit glücklicherweise weniger dramatisch. Trotzdem ist Vorsicht angebracht.
|
|
|
|
Dauerproblem Kastanienkrebs?
|
 |
|
Eingeschleppte Organismen sind in ihrer neuen Umgebung oft erstaunlich erfolgreich und vom Menschen nur schwer zu kontrollieren. Beim Kastanienrindenkrebs scheint die Kontrolle zu gelingen.
|
|
|
|
|
|
Kastanien-Rindenkrebs
|
 |
|
Der ursprünglich aus Asien stammende Pilz wurde 1992 erstmalig in Deutschland (Ortenau) nachgewiesen. Die Beseitigung der befallenen Bäume ist dringend notwendig, um die weitere Ausbreitung des aggressiven Pilzes zu verhindern.
|
|
|
Die Rosskastanie - Baum des Jahres 2005
|
 |
|
Die Rosskastanie war der Baum des Jahres 2005. Für einmal stand kein eigentlicher Waldbaum, sondern einer der bekanntesten und beliebtesten Stadt-, Park- und Alleebäume im Mittelpunkt.
|
|
|
|
Die Rosskastanie
|
 |
|
Kaum einer, der nicht als Kind mit ihren Früchten gespielt oder in der sommerlichen Hitze unter ihrem markanten Blätterdach den Aufenthalt in einem Biergarten genossen hat. Nun endlich wurde sie als Baum des Jahres 2005 entsprechend gewürdigt.
|
|
- Wie beurteilen Sie diesen Beitrag?