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Dokumentinformationen
Autor(en): Redaktion waldwissen.net (LWF, M. Streckfuß)
Originalartikel: -
Online-Version: Stand: 23.08.2005
Redaktion: LWF, D
Verfügbare Sprachen: Druckansicht  deutsch

Hochwasser

Vergehen die Jahrhunderte wirklich immer schneller?

Es ist August 2005. Gerade erst tauchen in diesen Tagen die gewaltigen Schäden der jüngsten Hochwasserkatastrophe aus den schlammigen Fluten auf, da fragt sich der Bürger erstaunt: Ja, ist denn schon wieder ein Jahrhundert herum? Schon wieder eine Jahrhundertflut? Die hatten wir doch erst 2002, 1999....!?

Und tatsächlich scheint derzeit ein Jahrhunderthochwasser das nächste zu jagen. Natürlich ist das mit den Superlativen immer so eine Sache, der Medienrummel tut sein Übriges. Doch es lässt sich nicht verleugnen, dass trotz aller technischen Möglichkeiten und Fortschritte im Gewässermanagement gewaltige Schäden bei größeren Hochwasserereignissen immer noch die Regel sind.

Hochwasserpegel Freising August 2005
Abb. 1: Der Hauptpegel der Isar bei Freising zeigt am Vormittag des 24.08.2005 4,40m. Am Nachmittag erreichte er sein Maximum mit 4,53m.
Damit transportierte die Isar mit einem Abfluss von 858m3 pro Sekunde die zweithöchste Wassermenge seit 1951 – trotz des zwischenzeitlich für den Hochwasserschutz gebauten Sylvensteinspeichers. Normale Werte wären um diese Jahreszeit ein Pegel von etwa 0,9m bzw. ein Abfluss von 28m3. Quelle: Hochwassernachrichtendienst Bayern. Foto: Michael Streckfuß.

Mag die aktuelle Häufung besonders extremer Ereignisse nun Zufall sein oder Folge einer Klimaänderung, es ist unübersehbar, dass die Anstrengungen im Hochwasserschutz auch weiterhin erhöht werden müssen. Die Forstwirtschaft als einer der größten Flächenbewirtschafter hat hierbei naturgemäß eine besondere Verantwortung, aber auch besondere Möglichkeiten.

Diese liegen vor allem im Bereich des vorbeugenden Hochwasserschutzes auf der Fläche, während technische Maßnahmen direkt am Gewässer sowie veränderte Siedlungs- und Nutzungskonzepte außerhalb der Forstwirtschaft von anderen Stellen umgesetzt werden müssen.

Wie einige der hier vorgestellten Forschungsergebnisse zeigen, gibt es durchaus noch ein großes Potenzial beim Thema "Wald gegen Hochwasser". Ebenso wird allerdings deutlich, dass auch im Optimalfall der Wald alleine kein Allheilmittel sein kann.

Aber ein statistisches Jahrhundert ist zuweilen tatsächlich schnell vorbei. Beim Aufbau funktionsfähiger Retentionsflächen mit Wald lässt sich die Zeit dagegen leider nicht manipulieren – auch wenn es nicht gleich 100 Jahre dauern muss, bis sie ihre Wirkung zeigen können.

Schwemmholz überwiegend frisch
Schwemmholz überwiegend frisch  

Bei den Unwettern im August 2005 hatten viele Ortschaften mit enormen Wasser- und Geschiebemassen und grossen Mengen von Schwemmholz zu kämpfen. Schnell stellte sich die Frage, ob es sich dabei um Holz handelte, das in den Wäldern liegen gelassen worden war.

 
Vom technischen zum integralen Hochwasserschutz
Vom technischen zum integralen Hochwasserschutz  

Schutzverbauungen alleine genügen nicht, um wirksam vor Hochwasser zu schützen. Der Mensch muss seine Raumnutzung verstärkt den Naturgefahren anpassen.

Wald und Hochwasser
Wald und Hochwasser  

Neue Forschungsresultate zeigen, dass nicht jeder Wald gleich gut vor Hochwasser schützt. Manche Wälder speichern viel, andere wiederum nur wenig Wasser. Eine dritte Gruppe hält je nach Waldzustand viel oder wenig Niederschlag zurück. Hier können die Förster eingreifen.

 
Hochwasserschutz im Wald
Hochwasserschutz im Wald  

Wald spielt beim vorbeugenden Hochwasserschutz eine große Rolle. Mehrere Beiträge aus den Blickwinkeln verschiedener einschlägiger Fachbereiche gehen darauf näher ein und zeigen auf, wie diese Schutzfunktion noch erhöht werden kann.

Vorbeugender Hochwasserschutz
Vorbeugender Hochwasserschutz  

Seit dem Hochwasser Pfingsten 1999 ist das Thema Hochwasserschutz in Bayern wieder besonders aktuell. Waldflächen und Forstwirtschaft können die entscheidende Rolle im Bereich des vorbeugenden Hochwasserschutzes übernehmen.

 
Geschiebemessanlage - Entwurf
Geschiebemessanlage - Entwurf  

Zur Untersuchung des Geschiebetransportvermögens von Flüssen und Bächen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Wie eine solche Versuchsanlage aussehen könnte, zeigt eine in der Abteilung für Wildbach und Erosion des BFW erstellte Animation.

Bergwald als Hochwasserschutz
Bergwald als Hochwasserschutz  

Das Hauptwassereinzugsgebiet der südbayerischen Flüsse ist der Alpenraum. Dies bedeutet hohe Niederschläge auf großer Fläche. Der geländebedingt rasche Abfluss der Wassermassen kann nur durch den Bergwald gebremst werden.

 
Vogelreviere im Rheinwald nach Hochwasser
Vogelreviere im Rheinwald nach Hochwasser  

Hochwasser im Rheinwald in unregelmäßigen, periodischen Abständen ist Teil eines natürlichen Geschehens. Welche Folgen haben die Hochwasser in den wenigen verbliebenen ehemaligen Auewäldern am Oberrhein für die Brutvögel?

Überflutungstoleranz Esche
Überflutungstoleranz Esche  

Die Ausweisung von Poldergebieten wird den überflutungsbetroffenen Waldflächenanteil in den Rheinauen zukünftig noch deutlich erhöhen. Dabei sind vor allem durch langanhaltende Hochwässer zahlreiche Baumarten gefährdet. Eine genetische Untersuchung an Eschen zeigte, dass autochthone Eschen eine besondere Anpassung entwickelt haben.

 
Auenlandschaft und Hochwasserschutz
Auenlandschaft und Hochwasserschutz  

Seitdem die Thur auf weiten Teilen des Flusslaufes begradigt ist, fliessen Hochwasser fast ungebremst ab. Dies führt an der Mündung in den Rhein regelmässig zu Überschwemmungen. Die Revitalisierung der Thurauen soll dies künftig vermindern.

Daten vom Hubschrauber aus
Daten vom Hubschrauber aus  

Rasch und flächenhaft für große Gebiete wichtige Informationen erfassen. Was bereits bei der Erkundung von Rohstofflagerstätten möglich ist, soll jetzt für die Naturgefahrenanalyse verwendet werden: die Aerogeophysik.

 
Massenbewegungen
Massenbewegungen  

Wie Wald vor Naturgefahren schützen kann, ist weitgehend bekannt. Schwer ist jedoch der tatsächliche Nutzen zu bewerten. Erstmals können durch Untersuchungen des BFW Rückschlüsse auf die Schneeretention durch Waldflächen gezogen werden.

Hochwasserschäden sind künstlich
Hochwasserschäden sind künstlich  

Problematisch ist nicht das Hochwasser, sondern die Missachtung von natürlichen Überflutungsbereichen beim Bau von Gebäuden und Infrastruktur. Wald kann daran nichts ändern, aber er ist eindeutig die beste Landbewirtschaftungsform, um diese Probleme wenigstens zu dämpfen.

 
Günstiger Hochwasserschutz mit Wald
Günstiger Hochwasserschutz mit Wald  

Bei Hochwasser steigt der Wasserspiegel meist um mehrere Meter. Oft entscheiden aber gerade die letzten Zentimeter über Wohl und Wehe. Zwar verhindert Wald kein Hochwasser, die Hochwasserspitzen jedoch werden gestreckt und fallen daher niedriger aus.

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