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Autor(en):
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Michael Streckfuß
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Originalartikel: |
Redaktion waldwissen.net (LWF, M. Streckfuß). (2007): Eichenprozessionsspinner. http://www.waldwissen.net/.
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Online-Version: |
Stand: 02.08.2007
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Redaktion:
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LWF, D
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Verfügbare Sprachen:
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Druckansicht
deutsch
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Eichenprozessionsspinner
Es sieht aus wie nach einem Chemieunfall: Experten
in Atemschutzmasken und geschlossenen Schutzanzügen klettern auf Bäume,
versprühen dort Flüssigkeiten oder hantieren mit Gasbrennern, Müllsäcken und
Greifzangen. Die Szene ist beklemmend - aber längst kein Einzelfall mehr.
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Abb. 1: Jungräupchen des Eichenprozessionsspinners. In
diesem Stadium sind die Haare noch ungefährlich. Foto: Archiv LWF.
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Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)
ist ein unauffälliger Nachtschmetterling. Als Forstschädling war die Art in
Bayern trotz gelegentlicher Massenvermehrungen bis zum Beginn der neunziger
Jahre eher unbedeutend, da sich das wärmeliebende Insekt hier am Rande seines
klimatischen Optimalbereichs befindet. Die wärmere und trockenere Witterung der letzten
Jahre hat aber zu einer deutlichen Ausweitung des Vorkommens geführt. Auch kam
es zu einer ungewohnten Häufung von Massenvermehrungen selbst dort, wo der Falter bisher kaum eine Rolle gespielt hat.
Das alleine wäre noch kein Grund zu größerer Sorge,
da sich der forstwirtschaftliche Schaden selbst bei einem einmaligen Kahlfraß
der Bäume in der Regel in Grenzen hält. Außerdem werden die
Eier bevorzugt an Bestandesrändern und einzeln stehenden, gut besonnten Eichen abgelegt. Das Innere von größeren Waldbeständen und somit die eher wertvolleren
Bäume sind also meist gar nicht so stark betroffen.
Hauptproblem: Die Brennhaare
Richtig kritisch und daher zunehmend in den Medien
präsent wird der Eichenprozessionsspinner erst durch die Brennhaare seiner
Raupen. Nach ihrer dritten Häutung besitzen die dann etwa 2 cm langen Tiere
Haare, die bei Berührung leicht brechen und dabei ein hochallergenes Eiweiß
freisetzen. Bei jeder weiteren Häutung bleibt die alte, behaarte Larvenhülle
zurück. Der Wind kann diese Haare weit verwehen oder sie sammeln sich im Geäst
und am Boden an. Von dort können sie jederzeit wieder aufgewirbelt werden und so auf die Haut oder
Schleimhäute gelangen. Dank ihrer Widerhaken bleiben sie dort auch
haften und lösen im besten Fall nur Hautrötungen aus, im schlimmsten
Fall ein lebensgefährliches Kreislaufversagen. Bei Schleimhäuten und in
den Augen fallen die Reaktionen besonders stark aus, heftige Entzündungen sind
oft die Folge.
Weil die Raupen bevorzugt frei oder sonnig stehende
Bäume befallen, ist der hygienische Aspekt der Raupenhaare besonders brisant.
Denn solche Bäume stehen eben selten mitten im Wald, sondern meistens an
Waldrändern in Siedlungsnähe, in Parks oder gar mitten in Ortschaften. Daher
gelangen die gefährlichen Haare direkt in die Nähe der Bevölkerung. Das Ausmaß
der Betroffenheit geht also weit über die Beschäftigten im Forstsektor hinaus!
Allergene Dauerwirkung
Hinzu kommt, dass die Beeinträchtigung durch die Brennhaare
nicht auf die relativ kurze Zeit der Raupenaktivität beschränkt ist. Vielmehr
reichern sich die Haare wie ein Giftstoff über Monate und Jahre hinweg im
Gelände an. Die allergene Wirkung bleibt dabei erhalten und kann ganzjährig Probleme verursachen. Wer bei einer Bekämpfungsaktion an einen
Chemieunfall erinnert wird, liegt also gar nicht mal so falsch.
Und welcher Selbstwerber oder Waldarbeiter denkt schon bei
der Arbeit im Winter an Raupen und deren Haare? Welcher Waldbesucher erinnert sich beim
Streifen durchs Unterholz noch an die Raupenplage vom Vorjahr? Zwar sind viele Bewohner der stark betroffenen Gebiete bereits sensibilisiert,
alle anderen jedoch müssen ganzjährig auf die Gefahr hingewiesen werden.
Auch die Bekämpfung gestaltet sich schwierig. Ein
flächendeckender Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in Siedlungsnähe sehr
problematisch. Die manuell-mechanische Bekämpfung gefährdet wegen der Haare alle
Akteure und ist nicht zuletzt wegen der aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen extrem
teuer.
Im vorliegendem Dossier bieten wir eine Reihe von
Informationen an, die sich mit der zunehmenden Bedeutung dieses Insekts in
unserer Landschaft befassen.
Weiterführende Informationen zum Eichenprozessionsspinner
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Eichenprozessionsspinner in Bayern
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Der Eichenprozessionsspinner ist dank der warmen Witterung der letzten Jahre auch in Bayern auf dem Vormarsch. Trotz größerer Fraßschäden in Nordbayern ist das Insekt nicht in erster Linie als Forstschädling, sondern wegen der gesundheitsgefährlichen Haare seiner Raupen gefürchtet.
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Eichenprozessionsspinner
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Die forstwirtschaftliche Bedeutung des Prozessionsspinners ist in der Regel gering, da es selten zum Kahlfraß ganzer Bestände kommt. Weitaus größer ist die gesundheitliche-hygienische Bedeutung...
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Eichen sollst du weichen!
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Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden alljährlich zwischen Mitte Mai und Juli zu einem Problem: Der ökologische Schaden durch Blattfraß ist meist gering, da die Eiche rasch wieder austreiben kann, wogegen die Gifthaare für den Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko sind. Tipps, wie man sich sich davor schützen kann.
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Eichenprozessionsspinner im Internet
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Der Eichenprozessionsspinner ist dank der gefährlichen Brennhaare seiner Raupen nicht nur bei Förstern gefürchtet. Seine rasche Ausbreitung und die jüngste Aufmerksamkeit der Medien wecken einen immer höheren Informationsbedarf bei Bürgern und Experten.
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Massenvermehrung von Spinnern
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Während es beim Schwammspinner erstmals seit 1993/1994 wieder zu einer Massenvermehrung kam, breitete sich der Eichenprozessionsspinner räumlich sehr stark aus. Er trat an Orten auf, an denen er zuvor nicht gesehen worden war.
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Aktuelles zum Eichenprozessionsspinner
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Die FVA Baden-Württemberg überwacht die Raupenstadien des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald nahe Breisach. Alle umherwandernden Raupen haben sich derzeit zur Verpuppung in die Gespinste zurückgezogen
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Eichenprozessionsspinner und Buchdrucker
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Wer in Südbayern lebt, für den bleibt der Sommer 2005 eher in kühl-feuchter Erinnerung. Ganz anders war die Situation in Franken. Bereits im dritten Jahr hintereinander regnete es hier zu wenig. Für die Insekten waren und sind das günstige Bedingungen, die Waldbäume erhielten bisher keine Gelegenheit zu Erholung.
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Schmetterlingsraupen mit Brennhaaren
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Die Raupen einiger Schmetterlingsarten besitzen Brennhaare, die starken Juckreiz, Hautreizungen aber auch Schädigungen an Atemwegen und Augen hervorrufen können. Bei der Baum-, Waldrand- oder Böschungspflege ist also Vorsicht geboten.
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Befall durch Eichenprozessionsspinner
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Was tun, wenn Bestände mit Gespinsten des Eichenprozessionsspinners zur Holzernte anstehen? Im Folgenden einige Ratschläge zum Schutz vor Kontamination mit den Spiegelhaaren der Raupen.
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Klimawandel und Biotische Schäden
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Die Auswirkungen kurzfristiger Witterungseinflüsse auf die wichtigsten Forstschädlinge lassen sich meist gut abschätzen. Dies trifft jedoch keineswegs auf die Auswirkungen einer längerfristigen Änderung der Witterung im Zuge des Klimawandels zu.
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